PRIVATSTIFTUNG


Warum spielen Stiftungen eine wichtige Rolle in der internationalen Vermögens- und Nachfolgeplanung?

Aus kontinentaleuropäischer Sicht zählen Stiftungen seit Langem zu den bekanntesten Instrumenten der langfristigen Vermögens- und Nachfolgeplanung. Während Trusts vor allem in den Common-Law-Rechtsordnungen verbreitet sind, haben sich im deutschsprachigen Raum sowie in verschiedenen kontinentaleuropäischen Ländern unterschiedliche Stiftungsmodelle entwickelt, die vergleichbare Zielsetzungen verfolgen können.

Stiftungen werden weltweit von Familien, Unternehmern und vermögenden Privatpersonen genutzt, um Vermögen langfristig zu strukturieren, Unternehmensbeteiligungen geordnet zu halten, generationenübergreifende Nachfolgekonzepte umzusetzen oder Family-Governance-Strukturen zu etablieren.

Dabei steht nicht die kurzfristige Verwaltung einzelner Vermögenswerte im Vordergrund, sondern die langfristige Organisation, Sicherung und Weitergabe von Vermögen innerhalb eines klar definierten rechtlichen Rahmens.

Das Ziel von Laszlovari-Thoma Private Office besteht darin, Mandanten neben klassischen Bank-, Compliance- und Vermögensplanungslösungen auch internationale Gestaltungsansätze näherzubringen, die im Bereich der Familienvermögensplanung seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle spielen.

Nachfolgend erläutern wir die grundlegenden Merkmale von Stiftungsstrukturen, deren typische Anwendungsbereiche sowie die Unterschiede zwischen verschiedenen europäischen Stiftungslösungen.

Was ist eine Privatstiftung?

Eine Privatstiftung ist weder eine klassische Gesellschaft noch ein Investmentfonds. Vielmehr handelt es sich um eine eigenständige Vermögensstruktur, die geschaffen wird, um Vermögen langfristig nach festgelegten Grundsätzen zu verwalten und bestimmten Zwecken oder Begünstigten zu widmen.

Im Unterschied zu vielen anderen Vermögensstrukturen steht dabei nicht die laufende Geschäftstätigkeit im Vordergrund, sondern die geordnete Verwaltung, Sicherung und spätere Weitergabe von Vermögen.

Zu den Vermögenswerten einer Stiftung können unter anderem gehören:

  • Unternehmensbeteiligungen
  • Immobilien
  • Wertpapierportfolios
  • Liquiditätsreserven
  • Versicherungslösungen
  • sonstige private oder unternehmerische Vermögenswerte

Die konkrete Ausgestaltung einer Stiftung hängt stets von der jeweiligen Jurisdiktion, den Zielsetzungen des Stifters sowie den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Wie unterscheidet sich eine Stiftung von einem Trust?

Obwohl Trusts und Stiftungen häufig ähnliche Ziele verfolgen, beruhen sie auf unterschiedlichen rechtlichen Konzepten.

Ein Trust basiert grundsätzlich auf der Trennung von rechtlichem Eigentum und wirtschaftlicher Begünstigung. Das Vermögen wird von einem Trustee entsprechend den Vorgaben des Trusts verwaltet.

Eine Stiftung hingegen bildet regelmäßig eine eigenständige Vermögensstruktur mit eigener rechtlicher Identität oder stiftungsrechtlicher Selbstständigkeit. Das Vermögen wird dauerhaft einer bestimmten Struktur gewidmet und innerhalb der Stiftung verwaltet.

Beide Ansätze können der Vermögensplanung, Nachfolgegestaltung und langfristigen Organisation von Familienvermögen dienen. Welche Lösung im Einzelfall geeigneter ist, hängt von den individuellen Zielen sowie von den beteiligten Jurisdiktionen ab.

Für wen kann eine Privatstiftung relevant sein?

Eine Stiftung stellt keine universelle Lösung dar. In bestimmten Konstellationen kann sie jedoch ein wichtiges Instrument der langfristigen Vermögens- und Nachfolgeplanung sein.

Besonders relevant können Stiftungsstrukturen sein für:

Unternehmerfamilien

Familien, die Unternehmensbeteiligungen langfristig sichern und geordnet auf kommende Generationen übertragen möchten.

Familien mit größerem Vermögen

Personen, die klare Regelungen für die Verwaltung und spätere Weitergabe ihres Vermögens schaffen möchten.

Generationenübergreifende Planung

Familien, die Vermögen nicht nur für die nächste Generation, sondern über längere Zeiträume hinweg strukturieren möchten.

Family Governance

Familien, die klare organisatorische Strukturen, Entscheidungsprozesse und langfristige Leitlinien für die Verwaltung ihres Vermögens etablieren möchten.

Internationale Vermögensstrukturen

Personen und Familien, deren Vermögen, Beteiligungen oder Interessen mehrere Länder und Rechtsordnungen betreffen.

Mögliche Ziele einer Stiftungsstruktur

Die konkrete Zielsetzung einer Stiftung ist stets individuell. Je nach Jurisdiktion und Ausgestaltung können Stiftungsstrukturen insbesondere folgende Zwecke unterstützen:

Langfristiger Vermögenserhalt

Eine Stiftung kann einen stabilen Rahmen für die Verwaltung und Erhaltung von Vermögen über längere Zeiträume schaffen.

Nachfolge- und Generationenplanung

Viele Stiftungen werden errichtet, um die zukünftige Übertragung von Vermögen und Unternehmensbeteiligungen geordnet zu gestalten.

Strukturierte Verwaltung von Vermögenswerten

Unternehmensanteile, Immobilien, Wertpapierportfolios oder andere Vermögenswerte können innerhalb einer langfristigen Struktur gebündelt werden.

Family Governance

Stiftungen werden häufig genutzt, um Entscheidungsprozesse, Verantwortlichkeiten und langfristige Leitlinien innerhalb von Unternehmer- oder Familienstrukturen zu definieren.

Internationale Vermögensplanung

In grenzüberschreitenden Konstellationen können Stiftungen Teil einer umfassenden internationalen Vermögens- und Nachfolgestrategie sein.

Europäische Stiftungsmodelle

Innerhalb Europas existieren unterschiedliche Stiftungsformen mit teilweise erheblichen rechtlichen Unterschieden.

Zu den bekanntesten Strukturen zählen unter anderem:

Österreichische Privatstiftung

Die österreichische Privatstiftung zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Instrumenten der Familienvermögensplanung im deutschsprachigen Raum und wird häufig im Zusammenhang mit Unternehmensbeteiligungen, Nachfolgeplanung und langfristigem Vermögenserhalt eingesetzt.

Liechtenstein Foundation

Die liechtensteinische Stiftung verfügt über eine lange internationale Tradition und wird häufig in grenzüberschreitenden Vermögensstrukturen sowie im internationalen Private-Wealth-Bereich eingesetzt.

Welche Struktur im Einzelfall geeignet ist, hängt stets von den Zielen der betreffenden Familie oder Vermögensstruktur sowie von den beteiligten Jurisdiktionen ab.

Wie können wir Sie unterstützen?

Laszlovari-Thoma Private Office tritt weder als Stiftungsorgan noch als Vermögensverwalter, Rechtsanwalt oder Steuerberater auf. Unsere Aufgabe besteht vielmehr darin, Mandanten bei der Orientierung im Bereich der internationalen Vermögens- und Nachfolgeplanung zu unterstützen und den Zugang zu geeigneten Fachleuten und spezialisierten Dienstleistern zu erleichtern.

Über unser internationales Netzwerk vertrauenswürdiger Partner können wir dabei helfen, unterschiedliche Stiftungsstrukturen besser zu verstehen, verschiedene Jurisdiktionen miteinander zu vergleichen sowie den Kontakt zu Rechtsanwälten, Steuerberatern, Compliance-Experten und spezialisierten Stiftungsexperten herzustellen.

Unser Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass die Auswahl einer geeigneten Struktur keine Produktentscheidung ist, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Analyse der langfristigen Ziele einer Familie, eines Unternehmens oder einer Vermögensstruktur.

Wichtiger Hinweis

Die rechtliche, steuerliche und regulatorische Behandlung von Stiftungen kann je nach Jurisdiktion erheblich variieren. Vor der Errichtung einer Stiftungsstruktur sollten daher stets die relevanten rechtlichen, steuerlichen, erbrechtlichen und Compliance-bezogenen Aspekte umfassend geprüft werden. Laszlovari-Thoma Private Office erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und übernimmt keine Organfunktion innerhalb einer Stiftung. Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine individuelle Beratung oder Empfehlung dar.